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Wirtschaftsteil einer Tageszeitung

„Bitte nicht stören, wir reformieren uns gerade kaputt“ – PKG-Geschäftsführer im F.A.Z.-Standpunkt

Presseschau

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat PKG-Geschäftsführer Stefan Elmshäuser in der Rubrik „Standpunkt“ dargelegt, warum die aktuelle Gesundheitspolitik das Gegenteil dessen erreicht, was sie sich vorgenommen hat. Die zentralen Gedanken in Kürze:

Ein richtiges Ziel, der falsche Weg

Über das Ziel herrscht seltene Einigkeit: Die ambulante Versorgung soll gestärkt werden. Das ist plausibel und international längst erprobt. Die Art der Umsetzung schwächt das Modell jedoch, bevor es wirken kann.

Was die Reformen bewirken

  • Budgetierung: Mehr Leistung wird nicht mehr automatisch mehr vergütet. Oberhalb einer festen Grenze lohnt sich Versorgung wirtschaftlich nicht mehr. Die Folge: weniger Angebote, weniger Kapazität, aufgeschobene Investitionen.
  • Rückbau der Hybrid-DRG: Das Instrument, das ambulant und stationär verbinden sollte, verliert an Bedeutung, während Vorteile für kurzstationäre Aufenthalte den Krankenhäusern vorbehalten bleiben. Gleiche Leistungen werden je nach Ort unterschiedlich behandelt.
  • Verlagerung statt Einsparung: Gedeckelte ambulante Leistungen verschwinden nicht. Sie wandern dorthin, wo es keine vergleichbaren Grenzen gibt – in den teureren stationären Sektor.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Patient Anfang sechzig braucht eine Kniearthroskopie. Heute geschieht das meist ambulant: planbar, effizient, mit kurzer Genesung und geringen Kosten. Ist das Budget der Praxisklinik im Laufe des Jahres ausgeschöpft, landet derselbe Eingriff im Krankenhaus – mit längeren Wartezeiten, mehr Aufwand und höheren Kosten.

Die Leidtragenden sind die Patienten

Am Ende trifft es nicht die Einrichtungen, sondern die Menschen, die auf schnelle, unkomplizierte und wohnortnahe Behandlung angewiesen sind. Und selbst wenn Kennzahlen kurzfristig stabil wirken: Stabilität auf dem Papier ist noch keine funktionierende Versorgung.

Quelle: Stefan Elmshäuser: „Bitte nicht stören, wir reformieren uns gerade kaputt“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Juli 2026, Nr. 166, Seite 17 (Wirtschaft, Rubrik „Standpunkt“).